Über 100 Jahre bewegte Geschichte
Ein Jahrhundert Fußball in Krauchenwies auf rund 100 Seiten - Chronikverkauf bei jedem Heimspiel an der Theke im Vereinsheim!
Schon um die Jahrhundertwende fasste der Fußballsport in Krauchenwies Boden und erweckte in vielen eine sportliche Begeisterung. Am 20. Juli 1911 gründeten acht junge Sportler den Fußball-Club Krauchenwies:
Fritz Holzmann
Gustav Ehstand
Johann Ruprecht
Franz Ruprecht
Georg Dollenmaier
Karl Dietmann
Ewald Holzmann
Augustin Ruprecht
Zu dem kleinen Häuflein kamen bald neue Mitglieder, und der Verein nahm einen raschen Aufschwung. Bereits im Jahr 1912 wurde neben Fußball auch Leichtathletik und Turnen betrieben. Als Sportplatz diente zunächst der Zimmerplatz und von 1913 an die Auwiese, in der aber der durchfließende Graben große Schwierigkeiten machte. Die ersten Wettspiele wurden mit den Vereinen aus Stockach, Pfullendorf und Sigmaringen ausgetragen. Der Spielbetrieb bestand nur aus Freundschaftsspielen, zu denen der FCK schon drei Mannschaften aufbieten konnte. Als im August 1914 der erste Weltkrieg ausbrach zählte der Verein 36 Aktive, 14 Jugendliche und 8 passive Mitglieder. Während des Krieges ruhte der Spielbetrieb fast vollständig, und es dauerte bis 1920, bis wieder ein geregelter Spielbetrieb aufgenommen werden konnte, der durch den Beitritt zum Süddeutschen Fußballverband erleichtert wurde.
Aus dem regen Spielbetrieb der folgenden Jahre ragen besonders die Propagandaspiele gegen Ebingen und Messkirch sowie der erste ausländische Besuch des Fußballvereins Sparta Schaffhausen hervor, der dem damaligen 1. Vorsitzenden Paul Guhl zu verdanken war. Auch ein internationales Pokalturnier wurde in Krauchenwies abgehalten, an dem Schaffhausen (Schweiz), Bregenz (Österreich), Saulgau, Hechingen, Mengen, Friedrichshafen, Sigmaringen und Krauchenwies teilnahmen. Zum Gegenbesuch weilte unsere 1. Mannschaft an Silvester und Neujahr 1923 in Schaffhausen.
1924 nahm die erste Mannschaft erstmals an den Verbandsspielen in der C-Klasse teil. Gegen den FC Konstanz, VfR Konstanz, FV Bugensegel, FV Böhringen, FC Stockach und SC Pfullendorf erspielte sie sich die Gaumeisterschaft und rückte in die B-Klasse auf. Der neuen Heuberggruppe des Bodenseegaues zugeteilt, erhielt der FCK Stetten a.k.M., Sigmaringendorf, Messkirch, Stockach-Rißtorf, Markdorf und Pfullendorf zum Gegner. Mit viel Glück konnte sich der Verein in dieser Gruppe behaupten. Das Jahr 1929/30 sah unsere Mannschaft in den Verbandsspielen in guter Form, musste sich aber mit dem 3. Platz zufrieden geben. Auch ein AH-Turnier mit den Vereinen Stockach, Ebingen, Pfullendorf, Sigmaringen, Singen und Krauchenwies wurde schon 1928 abgehalten.
1931 feierte der Verein sein 20 Jähriges Bestehen unter Anteilnahme der ganzen Gemeinde mit Festbankett und Einweihung des zu Ehren der im Kriege 1914-18 gefallenen Mitglieder errichteten Gedenksteines. Im gleichen Jahre wurde unsere erste Mannschaft Meister der B-Klasse und rückte 1932 in die A-Klasse auf, in der sie sich gegen Biberach, Buchau, Saulgau, Herbertingen, Ochsenhausen, Sigmaringen und Sigmaringendorf behaupten konnte. Im September 1933 veranstaltete der FCK eine große Sportkundgebung mit einem AH-Blitzturnier und einem Jugendturnier mit insgesamt 60 Spielen auf vier Sportplätzen.
Durch die Verordnung der damaligen Regierung musste sich 1934 der Turnverein und der Fußball-Club zusammenschließen, der Turnverein wurde als Turnabteilung beim Fußball-Club weitergeführt. 1936 erhielt der Verein einen neuen größeren Sportplatz, der vom Fürsten von Sigmaringen in den Berganlagen neben der Straße nach Sigmaringen dem Verein überlassen wurde. Nach langer zäher Arbeit und Unterstützung der Spieler und Vereinsmitglieder konnte der Sportplatz mit einem großen Festprogramm anlässlich des 25 jährigen Bestehens eingeweiht werden. Helle Begeisterung fand das Jubiläumsspiel der Kreismeister Oberschwabens und des Bodensees, Mengen und Konstanz. In den folgenden Jahren verringerte sich die Zahl der Spieler durch die Einberufung zum Wehr- und Arbeitsdienst, nur ein geringer Spielbetrieb war zu verzeichnen. Mit dem Ausbruch des Zweiten Weltkrieges hörte jede Vereinstätigkeit auf.
Nach dem Zusammenbruch 1945 musste unter schwierigsten Umständen und Beschränkungen der französischen Besatzungsmacht wieder vollständig neu begonnen werden. Am 19.08.1945 spielte unserer Mannschaft gegen Sigmaringendorf zum ersten mal wieder. Mit Genehmigung der Militärregierung konnte am 17.08.1946 eine Hauptversammlung stattfinden. Karl Störk, der schon vor dem Zweiten Weltkrieg die Geschicke des FCK zehn Jahre lang erfolgreich geleitet hatte, wurde zum Vorstand und Alfred Kurz zum Geschäftsführer bestellt.
1946/47 kam die erste Mannschaft in große Form und errang schöne Siege gegen Friedrichshafen, Stockach, Radolfzell, Riedlingen, Messkirch, Ebingen und gegen eine Mannschaft der französischen Besatzung. Diese genehmigte die Aufnahme der Verbandsspiele in der Bezirksklasse Donau-Bussen. Erste Sieger wurde der FCK 1948 bei einem Pokalturnier in Sigmaringen und bei dem Turnier in Sigmaringendorf, das zu Ehren von Willi Grupp zum ersten Male ausgetragen wurde. Im Jahre 1949 wurde der FCK der A-Klasse Donau zugeteilt. Er spielte in diese Klasse mit beachtlichem Erfolg und errang 1950 sogar den zweiten Platz.
1951 feierte der Verein sein 40 jähriges Bestehen, das unter der Schirmherrschaft seine königlichen Hoheit Fürst Friedrich von Hohenzollern stand, der auch aus diesem Anlass zum Ehrenmitglied ernannt wurde. Auch wurden anlässlich dieses Jubiläums die Namen der 20 im zweiten Weltkrieg gefallenen Sportkameraden am Fußballer-Denkmal verewigt. Die damalige Oberligamannschaft FC Singen war zu Gast und spielte gegen eine Auswahlelf des Bezirks Donau.
In der Folgezeit konnte sich die Mannschaft in der A-Klasse behaupten und spielte mit wechselndem Glück und Erfolg. In dieser Zeit wurde auch erstmals ein geregelter Jugendspielbetrieb aufgenommen, den unser eifriges und verdientes Mitglied Werner Sieber leitete, der sich mit viel Geschick der Jugend annahm und zu schönen Erfolgen kam. 1956 musste der FCK in die B-Klasse absteigen, da durch mehrere Spielerabgänge die mannschaftliche Stärke verloren ging. Die Erfolge der Jugendmannschaft ließ den Abstieg in eine spielschwächere Klasse fast verschmerzen. Die A-Jugend der Stuttgarter Kickers und des Sportvereins Prag (Stuttgart) wählte man sich zu Gegnern aus. Auch die A-Jugend des ruhmreichen FC Nürnberg trug hier ein Wettspiel gegen eine Bezirksauswahl aus.
1959 erreichte die erste Mannschaft des FCK die Meisterschaft in der B-Klasse. Nicht lange hielt die Form der Spieler an, denn schon 1961 musste der FCK nach gelungenem Aufstieg in die A-Klasse wieder absteigen. Trotzdem wurde in diesem Jahr das 50 jährige Bestehen in würdiger und festlicher Weise begangen. Mit den Gastvereinen FC Singen, FV Ebingen, Weingarten, Sigmaringen und Messkirch bestritten vier eigene Mannschaften das Turnier. In diesem Jahr wurde auch die Beleuchtungsanlage des Sportplatzes erstellt. 1962 schafft es die erste Mannschaft wieder die B-Meisterschaft unter dem rührigen Trainer Holfter, der leider Krauchenwies bald verließ. Bis 1965 konnte die A-Klasse erhalten werden. 1966 erhielt die erste Mannschaft den Fairnesspreis des WFV, da sie ohne Strafe über die Runden kam.
Im Jubiläumsjahr 1971 spielte die erste Mannschaft und die Reserve in der B-Klasse Sigmaringen und belegte in der Abschlusstabelle den 5. Platz. Eine nicht erwartete Leistungssteigerung in der Saison 1973/74 präsentierte die aktive Mannschaft ihren Anhängern. In der B-Klasse Sigmaringen wurde unter Spielertrainer Helmut Miller die Meisterschaft errungen und somit das lang ersehnte Ziel den Aufstieg in die A-Klasse Donau realisiert. Dieser A-Klasse Donau, die im Jahre 1978 in Bezirksklasse Donau umbenannt wurde, gehörte der FC Krauchenwies 1911 e.V. auch noch im Jubiläumsjahr 1981 in ununterbrochener Folge mit jeweiligen Mittelplätzen in den Abschlusstabellen an.
Im Frühsommer 1974 wurde der neue Spotplatz bei der Schule in festlichem Rahmen eingeweiht. Der FC Krauchenwies veranstaltete ein Pokalturnier mit den umliegenden Mannschaften und hatte mit der Werbespielpaarung: FV Ravensburg (I. Amateurliga) gegen den SV Sigmaringen (II. Amateurliga) ein Glückslos gezogen, denn beide Mannschaften boten guten offensiv Fußball und das Spiel endete schließlich 5:5 unentschieden.
Im Jahr 1995, nach nun 25 Jahren ununterbrochener Bezirksligazugehörigkeit nahm man dieses zum Anlaß, ein Pokalturnier zu veranstalten um dadurch diesem Jubiläum einen feierlichen Rahmen zu bieten. Und pünktlich zum Jubiläumsjahr gelang der I. Mannschaft unter Trainer Wolfgang Schoppenhauer der erstmalige und damals überraschende Aufstieg in die Landesliga Württemberg Staffel IV. In ihrer ersten Landesligasaison schlug sich die Mannschaft dann als Außenseiter gegen zum Teil übermächtige Gegner äußerst achtbar, musste jedoch am Ende Saison 1996/97 wieder in die Bezirksliga Donau absteigen. Es folgten drei Jahre mit unterschiedlichem Erfolg im gewohnten Bezirksligaumfeld. Ehe in der Saison 1999/2000 FCK-Urgestein Hans-Peter Auer als Trainer das Zepter übernahm und die I. Mannschaft nach 1996 zum zweiten Mal zur Bezirksligameisterschaft und somit nach 1996 erneut zum Landesligaaufstieg führte. Nach leidenschaftlich erkämpftem Klassenerhalt im ersten Jahr sollte in der Saison 2001/02 eine bemerkenswerte Leistungssteigerung des Teams folgen. So stand am Ende einer Serie von 12 ungeschlagenen Spielen in Folge fast sensationell die Tabellenführung und die Herbstmeisterschaft in der Landesliga Staffel IV, wobei man u.a. vor mehr als 600 Zuschauern in Krauchenwies den damaligen Ligakrösus VfB Friedrichshafen mit 2:1 besiegen konnte und so in Verein und Umfeld eine enorme Euphorie auslöste. Am Ende dieser Saison belegte man letztendlich Tabellenplatz 3, wobei sich dabei der VfB Friedrichshafen als Erster den Aufstieg in die Verbandsliga sicherte. Die II. Mannschaft sorgte im Jahr darauf (Saison 2002/03) für Furore. Als Zweiter der Kreisliga B Staffel III trat man in Vilsingen zum Relegationsspiel gegen den FC Laiz an und sah dabei schon wie der sichere Sieger aus. Letztendlich musste man jedoch, nach äußerst fragwürdigen Schiedsrichterentscheidungen ins Elfmeterschießen und danach dem FC Laiz, zum zweifelsohne verdienten Verbleib in der Kreisliga A gratulieren. Nach einem weiteren Jahr im Landesligamittelfeld bekam die I. Mannschaft dann in der Saison 2003/04 Probleme, und so rettete man sich nach großer Aufholjagd lediglich in die Relegation. Dort musste man sich dann, vor der beeindruckenden Kulisse von rund 1500 Zusehern in Bad Saulgau dem SV Weingarten im Elfmeterschießen geschlagen geben und so trat man nach vier Jahren in der Landesliga den diesmal bitteren Gang in die Bezirksliga an.
Einen Tag zuvor jedoch gab es Grund zu feiern. Nach zähem Ringen, etlichen und endlosen gemeinsamen Sitzungen hatten Verein und die Gemeinde Anfang des neuen Jahrtausends endgültig beschlossen, zwischen Ablach und dem Firmengelände Lutz einen Kunstrasenplatz zu bauen. Bedenken im Verein, dieser neue Sportplatz könnte den liebgewonnenen Schulsportplatz mit dem Vereinsheim als Spielstätte Nr. 1 verdrängen konnten allen voran vom damaligen I. Vorsitzenden Günter Hollerieth entkräftet werden, weshalb die Vorstandschaft dann dochfür den Bau des neuen Sportgeländes stimmte. Zu wichtig war der Ruf nach besseren Trainingsbedingungen, für den FCK speziell als Landesligist unabdingbar. Unter der Leitung von Herrn Bürgermeister Spieß und Architekt wie Vereinsmitglied Christoph Kugler stand dann im Juni 2004 die Eröffnungsfeier an. Zu Ehren unseres 1999 verstorbenen Ehrenvorsitzenden Josef Lutz wurde im feierlichen Rahmen, stellvertretend von seiner Frau Linde sowie seiner Tochter und seinen Söhnen, das Gelände „Josef-Lutz-Stadion“ getauft.
Im Jahr darauf scheiterte man als Vizemeister in der Relegation am FV Biberach, um im Jahr darauf am letzten Spieltag mit einem 2:0 gegen den damaligen Tabellenzweiten TSV Allmendingen vor knapp 1000 Zusehern in Krauchenwies die Rückkehr in die Landesliga perfekt zu machen. Doch die Euphorie verflachte schnell und man stieg als Letzter in der Saison 2006/07 postwendend wieder ab. Viele Spieler verließen danach aus verschiedensten Gründen den Verein, die II. Mannschaft musste aufgrund Personalmangels aus der Kreisliga B zurückgezogen werden und in der Reserverunde antreten. In der Bezirksliga wurde der Klassenerhalt zum Ziel gesetzt - doch es sollte anders kommen: Georgios Fotiou, im Herbst 2005 auf Trainer Ernst Nawottnig gefolgt, ordnete die Mannschaft neu und so stand am Ende ein sensationeller zweiter Tabellenplatz zu Buche, welcher abermals zur Relegationsteilnahme berechtigte. Dort besiegte man in Sulmetingen den SV Dettingen/Iller im Elfmeterschießen und sollte eine Runde später auf den TSV Berg treffen, welcher mit viel Geld unbedingt den Landesligaaufstieg realisieren wollte und klarer Favorit war. Nach einer wahren Abwehrschlacht und einem Freistoßtor von Alexander Reutter siegte man am Ende in Aulendorf mit 1:0 - der nicht für möglich gehaltene Wiederaufstieg war damit perfekt und sollte als „Krauchenwieser Sommermärchen“ in die Vereinsgeschichte eingehen.
Seither bis zum heutigen Tag gehört der FC Krauchenwies der Landesliga an, und stemmt sich jedes Jahr bis dato erfolgreich gegen den Abstieg. Die II. Mannschaft erholte sich nach einem Jahr in der Reserverunde ebenfalls wieder schnell und spielt seither in der Kreisliga B eine gewichtige Rolle. Im Jahr 2011 feierte der FC Krauchenwies mit mehreren Veranstaltungen ausgelassen und würdig sein 100-jähriges Bestehen. Fortsetzung folgt...